Von Matthias Bauer
Vor 15 Jahren, im Februar 2011 habe ich zum ersten Mal auf gleisdreieck-blog.de über KORI berichtet. Nun, am kommenden Freitag, den 20.03.2026 um 15:30 Uhr wird schließlich eine Tafel eingeweiht werden, die am Parkeingang Kurfürstenstraße an den dunkelsten Teil unserer Geschichte erinnern soll. In der Dennewitzstraße 35 residierte die Firma KORI, die von hier aus in der Zeit ab 1939 Verbrennungsöfen für verschiedene Konzentrationslager und T4-Tötungsaktionen geplant und geliefert hat. Ohne das Mitwirken von Firmen wie KORI wäre der millionenfache Massenmord nicht möglich gewesen.
„Wie Sie wissen, sind wir eine Spezialfirma . . .“
schrieben die Eigentümer der Firma im Juli 1975. Ein gewisser Stolz schwang wohl mit in dem Wort „Spezialfirma“, wahrscheinlich ein unbewusster Hinweis auf die eigene, mörderische Funktion im Dritten Reich, die die Akteure jedoch nie offenbarten. 1975 ging es der Firma darum, im Rahmen der städtebaulichen Sanierung in dem Gebäude in der Dennewitzstraße 35 bleiben zu können. Später ließen sie sich dann doch nach Neukölln umsetzen. Das Gebäude wurde abgerissen, der Stadtgrundriss verändert, dass sogar die Hausnummer 35 verschwand. So, als wollte man alle Spuren der Vergangenheit tilgen.

In dem Luftbild ist der Grundriss des verschwundenen Grundstücks Dennewitzstraße 35 eingezeichnet. Nun soll hier wieder eine Spur sichtbar gemacht werden. Spannend zu verfolgen, ob das gelingt.
Link zur Pressemitteilung des Bezirksamtes Tempelhof-Schönberg:
https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1650138.php
Frühere Artikel zu KORI auf gleisdreieck-blog.de https://gleisdreieck-blog.de/tag/kori/

