Am 6. Januar 2026 waren wir mit mehr als zehn Teilnehmenden im Schöneberger Norden unterwegs und haben die Kälte genutzt, um die Energieverluste der Gebäude sichtbar zu machen. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, deren Live-Bilder auf einem Tablet für alle gut erkennbar waren, führte die Tour bei deutlichen Minusgraden durch Potsdamer Straße, Bülowstraße, mehrere Gebäude in der Winterfeldtstraße, Luitpoldstraße und schließlich bis zur Motzstraße. Insgesamt betrachteten wir neun Gebäude und einige Innenhöfe.
Wärmebildkameras zeigen Oberflächentemperaturen und deren Unterschiede. Je heller die Farbe (weiß, gelb, rot), desto wärmer die Oberfläche; je dunkler (grün bis blau), desto kälter. Diese Darstellung erlaubt jedoch keine direkte Bewertung der energetischen Qualität, etwa der Dämmung. Messwerte hängen stark vom Aufnahmewinkel, einem vorbeiziehenden Windstoß oder der Kalibrierung des Bildes ab.
Trotzdem ließen sich während der Tour einige spannende Phänomene gut erkennen. Moderne Fenster, meist doppelt verglast, zeigten sich als dunkle Flächen, während ältere oder undichte Fenster deutlich heller abstrahlten.

Besonders eindrucksvoll war ein Gebäude in der Winterfeldtstraße 31. Hier zeichnete sich auf der Fassade eine einzelne Wohnung mit Innendämmung klar gegenüber den angrenzenden Einheiten ab – ein anschauliches Beispiel dafür, wie auch Teil-Modernisierung auf dem Wärmebild sichtbar wird.

Ebenso bemerkenswert war der Vergleich zweier Aufzugsschächte: Während einer dunkel (und damit kühl) blieb, verlor der andere offenbar spürbar Wärme über die Außenfläche.


Die Tour zeigte eindringlich, wie viel man mit einem solchen Gerät im Winter entdecken kann. Sie eröffnet Fragen, hilft beim Verständnis energetischer Zusammenhänge und motiviert dazu, Potenziale zur Modernisierung systematisch anzugehen.
Bei Fragen zur Tour und weiteren Aktionen der AG-Wärmewende wendet Euch an waermewende@schoeneberg-nord.de.

