von Matthias Bauer
In einer halbstündigen Reportage zeigt Marcel Trocoli Castro vom RBB die Situation in der Kurfürstenstraße westlich der Potsdamer Straße. Seine Bilder dokumentieren das Elend von Prostitution und Drogen. Zu Wort kommen Menschen, die sich mit der Situation auseinandersetzen:
Anwohner, die wieder wegziehen, Anwohner, die in der Tiefgarage Diebe stellen, Anwohner, die einen Sperrbezirk fordern.
Zu Wort kommen Menschen, die sich seit Jahren im Kiez engagieren: Streetworker Gerhard Schönborn vom Verein Neustart e.V. hilft den Frauen und versucht – wenn möglich – sie beim Ausstieg zu unterstützen. Oliver Dahms öffnet regelmäßig die 12-Apostel-Kirche als Zufluchtsort. Pfarrer Bornemann beschreibt, wie sich die Situation in den letzten Jahren verschlimmert hat. Angelika Müller vom Verein OLGA hilft den Frauen nachts mit Kondomen, Taschentüchern und Wasser. Beiden Vereinen, Neustart e.V. und OLGA wurden die Mietverträge in der Kurfürstenstraße gekündigt. Neustart hat neue Räume gefunden, etwas abseits, OLGA noch nicht. Wenn OLGA nicht mehr da ist, befürchtet Angelika Müller schlimmstes, einige Frauen werden sterben, sagt sie im Film.
„Die Kurfürstenstraße ist so ne Wunde, die offen ist und jeder sieht sie, ich hoffe eigentlich, dass die Politik sich herausgefordert fühlt, etwas zu ändern . . .“
sagt Streetworker Gerhard Schönborn am Ende des Films.
Quasi zeitgleich mit Veröffentlichung des Films am 12.05.26 hat die Senatsverwaltung die Potsdamer Straße in das „Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren“ aufgenommen. Ob das hilft, die offene Wunde Kurfürstenstraße zu heilen?
Link zum Film in der Mediathek:

Bericht über den Spaziergang der Stadtteilkoordination im Kurfürstenkiez mit 70 Teilnehmer:innen

